Wie ein Fisch im Wasser
Krabbelgruppe im Wasser
Kinder möglichst früh in Kontakt mit dem fremden Element zu bringen ist wichtig, denn so können sie später viel schneller und einfacher die richtigen Schwimmbewegungen lernen. Baby- und Kleinkind-Schwimmkurse sind eine gute Möglichkeit, das Wasser spielerisch kennenzulernen.
Auch die Leichtigkeit und Schwerelosigkeit des Raums lässt sich so wunderbar erfahren. Alle Babys lieben Wasser – ist ja auch irgendwie wie in Mamas Bauch. Das Erlernen von Schwimmbewegungen spielt hier noch keine Rolle. Vielmehr geht es darum, sich mit etwas Neuem vertraut zu machen und neue Sinneseindrücke zu erleben.
Und so plantschen und paddeln die kleinen Wasserraten, gestützt von Mama oder Papa, munter durchs warme Nass. Sie spielen mit Badeenten, greifen nach dem Wasserstrahl aus der Gießkanne und quietschen vor Freude, wenn sie von den Eltern durchs Wasser gezogen werden. Dieses feucht fröhliche Erlebnis regt nicht nur die Sinne an, sondern kann auch in Notsituationen Vorteile bringen: Kleinkinder lernen in solchen Kursen meist sehr schnell unter Wasser die Luft anzuhalten und den Wasserwiderstand
richtig zu nutzen. Übrigens, Babys können von Geburt an schwimmen, weiß Valentin Wirtitsch. „Diese angeborene Gabe verlernen sie jedoch wieder nach knapp einem halben Jahr.
Richtig Schwimmen lernen die meisten Kinder, wenn sie in der ersten Klasse sind. Dennoch ist es sinnvoll, dass Eltern im Vorfeld beim Badeausflug mit ihren Sprösslingen bereits ein paar Schwimmbewegungen ausprobieren. Ideales Alter, mit den kleinen Nichtschwimmern die ersten Züge zu üben, ist fünf Jahre. „Eltern können ihren Kindern die Angst vor dem Wasser nehmen - das ist sehr wichtig“, betont Valentin Wirtisch, der seit über 30 Jahren Kinder-Schwimmkurse
im Namen der Österreichischen Wasserrettung leitet. Aber auch verschiedene Spiele im Wasser fördern nicht nur die Vertrautheit und das Sicherheitsgefühl, sondern auch die Kondition. Doch Achtung: „Wichtig ist, sich immer in einer Wassertiefe aufzuhalten, in der das Kind selbst noch stehen kann“, so der Schwimmexperte.
Richtige Technik bringt den Erfolg
Ein Schwimmkurs hilft schließlich, die richtigen Bewegungen zu lernen und diese zu koordinieren. Da Eltern manchmal zu übervorsichtig sind, aber auch teilweise selbst die
Bewegungen nicht richtig machen, empfiehlt sich in jedem Fall der Besuch eines Kurses.
„Meist melden die Eltern ihre Kinder aus Sicherheitsgründen an, damit diese sich in einer
Notsituation irgendwie über Wasser halten können“, erzählt Wirtitsch und führt weiter aus: „Ein ausgebildeter Trainer kann den Kindern lernen, wie sie sich spielerisch auf dem Wasser fortbewegen können.“ Haben Kinder ihren ersten Schwimmkurs erfolgreich absolviert, erhalten sie das Seepferdchen- oder, wie hierzulande stärker verbreitet, das Pinguin- Abzeichen. „Wenn Kinder ihren ersten Schwimmkurs hinter sich haben, heißt dies aber nicht, dass man sie ohne Aufsicht ins Wasser schwimmen gehen lassen darf“, betont Wirtitsch. „Wenn Kinder plötzlich nicht mehr stehen können und den Boden unter den Füßen verlieren, kann es sein, dass sie in
Panik geraten und das Erlernte nicht mehr anwenden können“. Daher sollten die Kleinen
auch im Nichtschwimmerbecken immer unter Beobachtung stehen.
Neopren, Schwimmflügel und Co.
Auch vom neuesten Trend, den Kindern einen Neopren-Anzug anzuziehen hält der
Schwimmexperte wenig: „Der Neopren- Anzug gibt einen enormen Auftrieb. So bekommen
Kinder fälschlicherweise das Gefühl, dass sie vom Wasser getragen werden und nicht untergehen. Dieses Sicherheitsgefühl kann fatale Folgen haben. Sinnvoller sind hier Schwimmbretter oder eine Poolnudel. Falls wirklich mal die Luft auf halbem Wege ausgehen sollte, können sich Kinder daran festhalten und ausruhen. Auch die Schwimmflügel sind ein gutes Hilfsmittel, um kleine Nichtschwimmer mit dem Element Wasser vertraut zu machen. Also, auf zum nächsten Strandbad. Zahlreiche Schwimmkurse in ganz Vorarlberg machen Lust auf
einen unbeschwerten Badeausflug.






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